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Neuer Supercomputer „VSC-5“ eröffnet

Doppelt so schnell wie der VSC-4 löst der Supercomputer VSC-5 künftig komplexe Rechenaufgaben.

Von Alexandra Frey und Herbert Kreuzeder

Der VSC-5 wurde am 23. September 2022 feierlich durch Wissenschaftsminister Martin Polaschek eröffnet. Die fünfte Generation des Vienna Scientific Cluster, kurz VSC-5, wurde nur wenige Tage zuvor fertiggestellt. Der VSC-5 hat eine Rechenleistung von insgesamt 4,3 Petaflop/s, das sind Millionen Milliarden Rechenoptionen pro Sekunde. Entscheidend ist aber, dass der VSC-5 für praktische Anwendungen doppelt so schnell wie sein Vorgänger, der VSC-4 ist – und das bei fast gleichem Energiebedarf.

Betrieben wird der neue Supercomputer, ebenso wie sein Vorgänger, gemeinsam von den fünf österreichischen Universitäten TU Wien, Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien, TU Graz, Universität Innsbruck und neuerdings der Johannes Kepler Universität Linz. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung finanziert das Großprojekt maßgeblich:

„Es freut mich sehr, dass mit dem VSC-5 Österreichs leistungsstärkster Supercomputer für Wissenschaft und Forschung den Betrieb aufnehmen kann. Mit diesen Rechenressourcen, die von allen Forschenden in ganz Österreich genutzt werden können, werden wissenschaftliche Beiträge in wichtigen Bereichen wie Klimawandel, Medizin und sogar Quantenforschung weiter beschleunigt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit gesichert“, so Wissenschaftsminister Polaschek.

Nach höchsten Standards

Die Hardware wurde von der Firma MEGWARE bereitgestellt. Das moderne System besteht aus 1.540 AMD EPYC Milan Prozessoren mit insgesamt 98.560 Kernen. Zusätzlich verfügt der VSC-5 über 120 NVIDIA A100 Grafikkarten. Gekühlt wird das System mit Wasser. Bereits während des Aufbaus schaffte es der VSC-5 auf die TOP500-Liste für Hochleistungsrechner.

Trotz seiner hohen Rechenleistung ist der VSC-5 energieeffizienter als sein Vorgänger. Bereits bei der Ausschreibung legten die Partner großen Wert auf diesen Aspekt, denn nicht nur die Anschaffung eines Hochleistungsrechners ist mit hohen Kosten verbunden, auch der laufende Betrieb ist teuer – gerade in Zeiten steigender Energiepreise. Pro Jahr verbraucht der Vienna Scientific Cluster um die 8.000.000 kW/h Strom, dies entspricht etwa einem Achtel des gesamten Stromverbrauchs der Technischen Universität Wien.

Wissenschaftlicher Fortschritt hat somit seinen Preis. Dennoch möchten wir diesen weiterhin ermöglichen.

„Ich freue mich, dass mit dem VSC-5 die ‚VSC-Familie‘ der Partneruniversitäten weiteren Supercomputer-‚Nachwuchs‘ bekommt, damit unsere Wissenschafter*innen weiterhin Spitzenforschung auf internationalem Niveau vorantreiben können“,

so Johannes Fröhlich, Vizerektor Forschung und Innovation an der TU Wien. „Der Erfolg gibt uns recht: Einen gemeinsamen Supercomputer im Bereich High-Performance-Computing zu betreiben hat sich bestens bewährt und stärkt den Wissenschaftsstandort“, freut sich Regina Hitzenberger, Vizerektorin für Infrastruktur an der Universität Wien.

Die VSC-Familie wächst

Eng mit dem VSC verbunden sind außerdem die Universitäten Graz, Klagenfurt und Bozen, die Montanuniversität Leoben, die Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, die Veterinärmedizinische Universität Wien, die Central European University sowie Eurac Research. Auf den Systemen gerechnet wird folglich schon lange nicht mehr nur von den Gründungsuniversitäten.

Um der steigenden Nachfrage nach Rechenzeit gerecht zu werden, werden nun beide Systeme, VSC-4 und VSC-5, parallel betrieben werden. Aufgrund der unterschiedlichen technischen Ausstattung lassen sich VSC-4 und VSC-5 zudem für unterschiedliche Rechenaufgaben optimal nutzen. Die einzelnen Knoten des VSC-5 sind mit sehr großem Hauptspeicher ausgestattet, was vielen neueren Anwendungen entgegenkommt. Die Kerne des VSC-4 verfügen hingegen über größere Vektoreinheiten, was neben anderen Vorteilen auch dessen gute Platzierung in der TOP500-Liste erklärt.

Mit dem neuen Supercomputer kommt auch eine neue Fachbereichsleitung. Herbert Störi (TU Wien), der das Projekt bereits seit 2008 federführend leitete, übergibt den Staffelstab nun an Andreas Rauber (TU Wien), der sich durch seine Expertise im Bereich des Cloud Computing auszeichnet. Was Störi seinen Kolleg*innen mit auf den Weg geben möchte: „Gerade im Bereich der Infrastruktur ist es wichtig, dass die Universitäten noch enger zusammen arbeiten. Ein Erfolgsbeispiel für die gute Zusammenarbeit ist schließlich der Vienna Scientific Cluster.“

Bild: Supercomputer
Autor: U.S. Department of Energy
Quelle: flickr.com
Lizenz: Urheberrecht bei der U.S.-Regierungpublic domain
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