StartUSARussland liefert mehr Öl nach Asien – Ende des Petrodollar steht bevor

Russland liefert mehr Öl nach Asien – Ende des Petrodollar steht bevor

Die USA versucht mit Sanktionen Russland zu zerbrechen oder zumindest gefügig zu machen. Allerdings sanktioniert die USA, und ihre Gefolgschaft in der EU mittlerweile zu viele Staaten und vor allem absolut potente Gegner wie eben Russland und seit Trump auch China. Sie haben damit Zusammenschlüsse gefördert, die den Petrodollar zu Fall bringen und eine neue Weltwährung schaffen werden.

Von Dr. Peter F. Mayer

Trotz der Sanktionen und der Terroranschläge gegen die Nord Stream Pipelines hat wie berichtet Russland die Auslieferung von Flüssiggas (LNG) nach Europa heuer um 50 Prozent steigern können. Die Umleitung der russischen Rohölexporte nach Asien als folge der Sanktionen nimmt ebenfalls an Fahrt auf, und es werden Rekordmengen auf Tankern zu den Häfen der Region transportiert, wie Bloomberg berichtet.

Zwei Drittel des Rohöls, das in russischen Häfen auf Tanker verladen wird, ist jetzt für Asien bestimmt. In den Wochen vor dem Beginn der militärischen Sonderoperation in die Ukraine waren es noch weniger als zwei Fünftel. China und Indien bilden das Rückgrat des Handels, kleinere Mengen gehen nach Sri Lanka und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Sanktionen der Europäischen Union, die fast alle Rohöllieferungen aus Russland an die EU-Mitglieder auf dem Seeweg stoppen wollen, treten in in drei Wochen in Kraft.

Die Maßnahmen verbieten auch europäischen Tankern den Transport von russischem Rohöl und untersagen die Erbringung von Versicherungs-, Makler-, Finanz-, Schiffsklassifizierungs- und anderen Dienstleistungen. Es wird Ausnahmen für Schiffe geben, die Ladungen transportieren, die zu einem Preis unterhalb einer noch zu vereinbarenden Obergrenze erworben wurden.

Die Menge an Rohöl auf Schiffen, die für China, Indien und die Türkei bestimmt sind – die drei Länder, die sich als die größten Abnehmer der russischen Lieferungen erwiesen haben – sowie die Mengen auf Schiffen, deren endgültiger Bestimmungsort noch nicht feststeht, stiegen in den vier Wochen bis zum 11. November auf einen Rekordwert von 2,39 Millionen Barrel pro Tag.

Die Abrechnung fast aller dieser Lieferungen erfolgt aber ohnehin nicht mehr in Dollar, Indien zahlt in Rupien und hat Wechselvereinbarungen mit Russland abgeschlossen. Ähnlich ist die Situation mit China, die zum Beispiel auch für Öl aus Saudi Arabien mittlerweile in Yuan bezahlt.Die Sanktionen beschleunigen diese Entwicklung weiterhin

Das Ende der Dollar Hegemonie

In einem Artikel auf Mises Institute befasst sich Patrick Barron, ein privater Berater für die Bankenbranche, mit dem „Petrodollar“-Arrangement, das jetzt zusammenbricht, weil der Dollar immer schneller entwertet wird. Die Ursache für die Entwertung ist laut Barron die unheilige Allianz zwischen der Federal Reserve, der US-Zentralbank, und der US-Regierung. Die Federal Reserve schafft aus dem Nichts alle Dollars, die die Regierung braucht, um ihr massives und ständig wachsendes Ausgabendefizit aufrechtzuerhalten. Die Monetarisierung dieser Defizite hat zu einem immer schnelleren Verlust an Dollarkaufkraft geführt.

Die US-Regierung gab das Geld natürlich für Krieg und Wohlfahrt aus. Das amerikanische Militär hat sich in jedem Winkel der Welt eingemischt. Es scheint, dass die USA nur dann militärisch eingreifen müssen, wenn irgendein lokaler Streitpartner am anderen Ende der Welt mit seinen eigenen unverständlichen historischen Animositäten behauptet, dass sein Nachbar in sein Hoheitsgebiet eindringt und/oder Gräueltaten begeht. Das amerikanische Volk wird in einen Rausch der Rechtschaffenheit versetzt, und schon geht es in den Krieg. Das Ergebnis sind Millionen von Toten, vergeudete Milliarden und eine noch schlimmere Situation vor Ort als je zuvor.

All dieses Chaos konnte nur durch die weltweite Akzeptanz des Fiat-Dollars finanziert werden. Aber ein Großteil der Welt hat genug davon, wie auch Barron feststellt. Es gibt mehrere Organisationen, die zusammenarbeiten, um eine Alternative zum Dollar für die Abwicklung des internationalen Handels zu entwickeln. Die BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika), die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und die Eurasische Wirtschaftsunion haben eine Arbeitsgruppe gebildet, um ein rohstoffbasiertes Tauschmittel zu entwickeln, das den Dollar als wichtigstes Mittel für die Abwicklung des internationalen Handels ersetzen soll.

Alasdair Macleod von Goldmoney hat ausführlich über dieses Projekt geschrieben und TKP hat darüber berichtet. Weitere Länder – insbesondere Länder, die derzeit den Dollar verwenden, wie Saudi-Arabien – haben angekündigt, dass sie sich dem Projekt anschließen wollen. Weitere, viel mehr, werden Saudi-Arabien folgen.

Aufstieg einer konkurrierenden Reservewährung

Darauf steuert die Welt zu, denn die USA können souveräne Nationen nicht zwingen, den Dollar zu akzeptieren, vor allem, wenn es eine andere und bessere Wahl gibt. Die USA sind ihrer Verantwortung, die Kaufkraft des Dollars durch die Kontrolle seines Angebots zu schützen, nicht gerecht geworden.

Barron schließt mit einer Prognose:

Die neue SOZ-Währung wird den Dollar als wichtigste Reservewährung der Welt vor allem deshalb verdrängen, weil sie zu einem großen Teil mit Rohstoffen unterlegt sein wird und nicht unter der Kontrolle eines souveränen Landes, sondern einer Reihe souveräner Länder steht, die sich alle für das Wohlergehen der Währung einsetzen, um den freien Fluss des internationalen Handels und Zahlungsverkehrs zu gewährleisten. Das wird natürlich ein Verlust für den Dollar und für die USA sein, aber offen gesagt wird die Welt insgesamt davon profitieren.“

Barron unterrichtet übrigens seit mehreren Jahren einen Einführungskurs in die „österreichische Wirtschaftslehre“ an der Universität von Iowa. Außerdem lehrt er seit über fünfundzwanzig Jahren an der Graduate School of Banking der University of Wisconsin und hat zahlreiche Vorträge im Europäischen Parlament gehalten.

Bild: Tiefpumpe zur Erdölexploration und im Hintergrund die Ölpreisschwankungen
Autor: Dr StClaire
Quelle: pixabay.com
Lizenz: public domain
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