StartGesundheitCovid-Impfstoffe: "Wir flogen das Flugzeug, während wir es noch bauten"

Covid-Impfstoffe: „Wir flogen das Flugzeug, während wir es noch bauten“

Die ehemalige Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Impfstoffe bei Pfizer erzählt von der Entwicklung der mRNA-Präparate.

Von KD

Als im Jahr 2020 die Panikmache der «Covid-Pandemie» begann, arbeitete Pfizer bereits zusammen mit BioNTech an mRNA-Impfstoffen gegen Grippe, berichtet Nature. Die Partner hätten diese experimentelle Plattform genutzt und die Entwicklungszeit für den Impfstoff von zehn Jahren auf nur neun Monate verkürzt. In einem Interview mit dem Fachmagazin spricht die kürzlich in den Ruhestand getretene Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Impfstoffe bei Pfizer, Kathrin Jansen, über die blitzschnelle Entwicklung von SARS-CoV-2-«Impfstoffen».

Jansen ist der Meinung, dass dieser Erfolg das Problem der Impfstoffverweigerung in den Vordergrund gerückt hat. Sie erklärte:

«Ich finde es erstaunlich, wie viele Menschen nach all dem, was die Menschheit durchgemacht hat, den Wert von Impfstoffen immer noch nicht erkennen und sich nicht impfen lassen. Die Gesellschaft nimmt zum Beispiel in den USA jeden Tag 400 Covid-Todesfälle einfach hin. Das ist einfach unfassbar.»

Hierzu muss erläutert werden, dass diese täglichen 400 «Covid-Todesfälle» Menschen betreffen, die ein positives SARS-CoV-2-Testresultat hatten, unabhängig der Todesursache. Abgesehen davon, muss diese Zahl relativiert werden. So starben in den USA im Jahr 2020 laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) fast 2000 Menschen täglich and Herzkrankheiten und über 1600 an Krebs.

Auf die Frage, wie ein «Impfstoff» gegen SARS-CoV-2 so schnell entwickelt werden konnte, antwortet Jansen, dass «Covid» aufgrund der enormen Dringlichkeit alles verändert habe, was die Herangehensweise an ein umfassendes Forschungs- und Entwicklungskonzept für Impfstoffe betreffe. Im März 2020 habe sie es als «verrückt» betrachtet, vor Ende des Jahres ein Präparat zu entwickeln, wie es ihr CEO Albert Bourla verlangt habe. Geld sei allerdings kein Thema gewesen. Die Mikrobiologin weiter:

«Wir wurden kreativ – wir konnten nicht auf Daten warten, wir mussten so viel ‹auf Risiko› machen. Wir flogen das Flugzeug, während wir es noch bauten. Die ganze Bürokratie fiel weg. Wir haben parallel gearbeitet: Daten ausgewertet und die Produktion durchgeführt. Normalerweise wird die Fertigung erst nach Jahren in ein Programm einbezogen.»

Die Wahl einer mRNA-Plattform für die Injektion begründet die ehemalige Pfizer-Mitarbeiterin damit, dass sie mRNA als die Plattform mit den größten Erfolgschancen betrachtete. Ein weiterer Grund sei der Glaube gewesen, «dass man so viel und so lange boostern kann, wie man will, ohne dass es zu Immunreaktionen auf den Vektor selbst – die mRNA – kommt». Wenn man einen viralen Vektor verwende, könne die Immunreaktion auf den Vektor die Reaktion auf das Ziel – in diesem Fall das SARS-CoV-2-Spike-Protein – dämpfen.

Anzumerken ist dabei, dass es sich um einen «Glauben» handelte, der umso erstaunlicher ist, als anfänglich nie von Booster-Injektionen gesprochen wurde.

Die mRNA-Plattform sei jedoch Anfang 2020 noch nicht reif gewesen, so Jansen. Es sei nur ein Forschungsprozess gewesen, der «viele Male und an mehreren Standorten geklont» wurde, «um die Kapazität zur Herstellung von Milliarden von Dosen zu erreichen».

Die Mikrobiologin erachtet es als «erstaunlich», dass der «Impfstoff» nach weniger als einem Jahr die Notfallzulassung erhalten hat. Es habe gezeigt, «was man erreichen kann, wenn man sich etwas in den Kopf setzt, wenn man die Ressourcen dafür bereitstellt und wenn man die wissenschaftliche Gemeinschaft zusammenbringt». Letzteres sei einzigartig gewesen.

Dank der schnell zur Verfügung gestellten Informationen auf Preprint-Servern oder bei Verlagen wie Springer Nature hätten sie «jede neue Entdeckung in Echtzeit sehen können». Es sei nicht darum gegangen, wer zuerst veröffentliche, sondern um die Bereitschaft, wissenschaftliche Daten gemeinsam zu nutzen, «um dieses Ungeheuer der Pandemie zu bekämpfen».

Zur Erinnerung: Preprint-Studien sind solche, die noch nicht begutachtet wurden. Sie sollten somit (noch) nicht als Grundlage für weitere Forschungen dienen.

Dieses Entwicklungstempo findet Jansen jedoch nicht nachhaltig. Es sei «ein Modell für besondere Umstände» gewesen, bei dem man «bereit war, alles zu tun, was nötig war». Sie hätten rund um die Uhr gearbeitet, und es habe «eine Menge Burnouts» gegeben.

Weiter erklärt Jansen, dass sich mRNA-«Impfstoff»-Plattformen auch für einige andere Viruskrankheiten hervorragend eignen. So gebe es bereits eine Reihe von mRNA-Kandidaten, an denen gearbeitet werde. Transition News berichtete vor kurzem, dass nun ungetestete mRNA-«Impfstoffe» gegen das Respiratory Syncytial Virus (RSV) und Grippeviren im Schnellverfahren hergestellt werden – und laut Nature auch gegen Tollwut.

Nicht entschieden ist gemäß der Mikrobiologin jedoch, ob mRNA-«Impfstoffe» gegen einige bakterielle Krankheitserreger eine Rolle spielen könnten. Man könne nicht einfach eine Technologie nehmen und sie gegen jeden Erreger einsetzen. Für eine erfolgreiche Impfstoff-Forschung müsse man den Erreger verstehen.

Jansen ist der Meinung, dass man weltweit schlecht auf eine weitere «Pandemie» vorbereitet sei, das habe der «Ausbruch von SARS-CoV-2» gezeigt. Die Lösung sieht sie in «Investitionen, politischem Willen und Bürokratieabbau». Kurz: mehr Geld und weniger Regeln. Sorge macht ihr «das Fehlen von Erkenntnissen auf höchster Ebene». Jansen zufolge sind die Unternehmen, die «über das entsprechende Know-how und die entsprechende Infrastruktur verfügen», am besten auf die nächste «Pandemie» vorbereitet, die es «zweifellos» geben werde.

Laut der ehemaligen Pfizer-Mitarbeiterin sind Impfstoffe außerdem «eine fantastische Möglichkeit, die Resistenz gegen antimikrobielle Mittel zu bekämpfen, indem man Krankheiten von vornherein verhindert». So würden Daten über die Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe zum Beispiel zeigen, dass sie die antimikrobielle Resistenz deutlich reduziert hätten. Da man die Krankheit verhindere, gebe man keine Antibiotika, und das verlangsame die Entwicklung der Antibiotikaresistenz. Das gelte auch für Viruserkrankungen der Atemwege.

Abschliessend betont Jansen wie wichtig es sei, «die nächste Generation von Impfärzten» für dieses Feld zu begeistern und ihnen zu vermitteln, «wie weit wir schon gekommen sind und wie viel mehr es noch zu tun gibt».

Kommentar Transition News:

Uns schaudert es beim Gedanken, dass den Menschen noch mehr Spritzen reingejagt werden sollen. Insbesondere Kleinkinder werden ja schon jetzt maschinengewehrartig durchlöchert. Doch es ist eben so, dass die Bekämpfung der wahren Ursachen der Krankheiten für den medizinisch-pharmazeutischen Komplex nicht lukrativ ist. Und die durch Impfstoffe verursachten Schäden bringen diesem Komplex wiederum neue Kunden.

Was die mRNA-Präparate betrifft, so zeigt sich zunehmend, dass diejenigen gegen «Covid» erhebliche Schäden verursachen können, bis hin zum Tod. Aufgrund der kurzen Zeitspanne seit deren Einführung sind die möglichen langfristigen Folgen zudem völlig unbekannt. Auch bei der Wirksamkeit konnten die Injektionen die ursprünglichen Versprechen nicht halten. Somit ist es fahrlässig, nun die mRNA-Technologie für weitere Präparate zu verwenden.

Lesen Sie hier das vollständige Interview auf englisch.

Bild: Impfstoffproduktion
Autor: Vaccines at Sanofi
Quelle: flickr.com
Lizenz:  CC BY-NC-ND 2.0
Textquelle

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