StartWissenschaftDas Zeitalter der künstlichen Sonnen

Das Zeitalter der künstlichen Sonnen

Eine der vielversprechendsten Entwicklungen in der Kernenergie ist ein Reaktortyp, der Tokamak genannt wird. Dieser nutzt extrem starke Magnetfelder, um erhitztes Plasma in einer speziellen toroidalen Kammer (in Form eines hohen Bagels) einzufangen.

Redaktion

Eine der Komplikationen besteht darin, dass das Plasma in der Kammer auf enorme Werte erhitzt wird, insgesamt Millionen Grad Celsius. Solche Temperaturen findet man normalerweise nur im Inneren einer thermonuklearen Explosion oder in der Sonnenkorona. Britische Physiker wollen einen sicheren Weg gefunden haben, das auf eine Million Grad Celsius erhitztes Plasma soweit abzukühlen, das es nutzbar gemacht werden kann.

Das neue System, das von Wissenschaftlern der britischen Atomenergiebehörde entwickelt wurde, nutzt einen bewährten Ansatz: Das Plasma legt im Inneren des Reaktors einen längeren Weg zurück und kühlt dadurch erheblich ab. Es kommt dann mit der so genannten „Opferwand“ in Kontakt. Die Zusammensetzung des Materials, aus dem dieser Block besteht, ist derzeit noch geheim. Bekannt ist lediglich, dass dieser, wenn er regelmäßig dem sonnenheißen Plasma ausgesetzt ist, Schäden davonträgt, so dass er alle paar Jahre ersetzt werden muss.

Die Forscher hoffen, die ersten Tests in dem französischen Versuchs-Kernfusionsreaktor ITER durchführen zu können, der sich derzeit im Bau befindet und im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes entwickelt wird. Das Wissenschaftlerteam, das an dem Reaktor arbeitet, hofft, dass er der erste Reaktor zur Erzeugung sauberer Energie wird. Dieser soll 2025 in Betrieb genommen werden. Sein Start wäre ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur praktischen Erzeugung und Nutzung von Fusionsenergie.

Ian Chapman, geschäftsführender Direktor der britischen Atomenergiebehörde, will die Kernfusion kommerziell nutzbar machen. Sie hat seiner Ansicht nach ein unglaubliches Potenzial. Es entstehen weder radioaktive Abfälle noch CO2-Emissionen in die Atmosphäre. Vielmehr produziert der Reaktor tatsächlich saubere Energie. Allerdings liegen vor dem Anfahren des Reaktors noch ein weiter, steiniger Weg und sehr viel harte Arbeit. Auch wird sich erst am Schluss erweisen, ob dieses ehrgeizige Projekt tatsächlich realisierbar sein wird.

Bild: Sonnenprotuberanz – Am 31. August 2012 brach eine riesige Protuberanz auf der Sonne aus und sandte eine Schockwelle und Teilchen aus, die sich in die Nähe der Erde bewegten. Dieses Ereignis könnte eine der Ursachen für einen dritten Strahlungsgürtel gewesen sein, der einige Tage später um die Erde auftauchte. Dieses Phänomen wurde zum ersten Mal von den neu gestarteten Van-Allen-Sonden beobachtet.
Autor: NASA Goddard Space Flight Center
Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY 2.0

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