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Österreich stellt ab heute Impfverweigerer unter Hausarrest

Österreich hat als erstes Land der Welt die wirklich harten Bandagen angelegt im Kampf gegen Impfverweigerer. All diejenigen, die den Impfstoff noch nicht erhalten haben, sind ab heute einem harten Lockdown ausgesetzt. Dies teilte Bundeskanzler Alexander Schallenberg mit.

Redaktion

Ab heute wird der Impfausweis zum zum wichtigsten Dokument für Österreicher. Ohne diesen darf in dem Alpenland ab sofort kein Einkaufszentrum, kein Restaurant und auch kein Museum, Kino, Theater oder Cafe betreten werden. Und die Einschränkungen gehen noch weiter: So ist es Ungeimpften ab heute nur noch aus vier Gründen gestattet, das Haus zu verlassen.

  1. Um zum Arbeitsplatz zu gelangen
  2. Um Schule und Universität zu besuchen
  3. Um Arztbesuche wahrzunehmen
  4. Um Lebensmittel einzukaufen

An der frischen Luft spazieren zu gehen oder eine Runde zu joggen wird ohne Impfung künftig nicht mehr möglich sein. Genauso wenig wie ein Besuch bei Nachbarn und Freunden. Diese Extremmaßnahme gilt künftig für alle ungeimpften Einwohner des Landes ab dem zwölften Lebensjahr.

Die Polizei wird die Umsetzung dieses Diktats überwachen.

Andreas Pilsl, Chef der Polizei Oberösterreich, erklärte dazu: „Wir haben bereits letzte Woche stichprobenartige Kontrollen von Impfausweisen durchgeführt und planen, diese Zahl ab Montag zu verdoppeln“, und weiter: „Bei Bedarf haben wir das Recht, eine Person zu bestrafen, die gegen das aktuelle Regime verstößt. Aber gleichzeitig werden die Kontrollen nicht massiv sein, zumindest bis wir verstehen, wie gut die Ungeimpften die Einschränkungen einhalten.“

Der Grund für diese übertrieben hart erscheinende Maßnahme liegt den Behörden unseres Nachbarlandes zufolge in der vergleichsweise niedrigen Impfrate der österreichischen Bevölkerung von 65 Prozent. Zum Vergleich: Impfeuropameister ist Malta mit einer Durchimpfungsrate von 95,2 Prozent, gefolgt von Portugal (85,7), Island (83,8), Spanien (80,4) und Irland (79,3) Prozent. Da Deutschland mit gerade einmal 67,6 Prozent Geimpften der Nadel eher kritisch gegenübersteht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass derart totalitäre Zwangsmaßnahmen auch hier in Zukunft eingeführt werden.

In Österreich ist dieser Albtraum jedoch schon heute Realität. Dazu der österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg: „Für uns ist es von entscheidender Bedeutung, die Zahl der Geimpften zu erhöhen. Es ist jetzt beschämend niedrig. Bei einem solchen Anteil an Menschen, die den Impfstoff erhalten haben, werden wir in einem Teufelskreis von immer mehr Infektionswellen mit dem Coronavirus stecken.“

Nach Schätzungen der Behörden wird dieser selektive Lockdown etwa ein Drittel der Einwohner des Landes betreffen, das sind etwa zwei Millionen Menschen. Zuletzt war in Österreich eine den Behörden zufolge signifikante Zunahme der Fallzahlen gemeldet worden. So wurden vorgestern, am 13. November, 13.100 neue Fälle registriert.

Das sind allerdings gerade einmal 0,14 Prozent der Gesamtbevölkerung von 8,9 Millionen Einwohnern. Ob dieser Anstieg derart drastische Einschnitte in die Bürgerrechte ungeimpfter Menschen in Österreich rechtfertigt, darf bezweifelt werden, nicht zuletzt, da die Zahl sogenannter Impfdurchbrüche gerade in den fast vollständig durchgeimpften Staaten wie Israel in den letzten Wochen stark zugenommen hat.

Die Ausgangssperre für Ungeimpfte wird ab heute zunächst zehn Tage andauern, wobei sich die Behörden des alpinen Landes vorbehalten, die Beschränkungen zu verlängern. Zuwiderhandelnde müssen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 1.450 Euro rechnen. Bereits in der Vergangenheit war Österreich durch überhöhte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie negativ ausgefallen. So war zum Beispiel lange Zeit ein frischer PCR- Test erforderlich, um ein Einkaufszentrum oder Café zu betreten zu dürfen, während hier in Deutschland lediglich Schnelltest für den den Besuch von Restaurants und Cafes gefordert wurden. Einkaufszentren hingegen durften auch ohne Test aufgesucht werden.

Bild: Hinter Gittern
Autor: Erich Ferdinand
Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY 2.0

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