StartEuropaLukaschenko droht Europa im Falle von Sanktionen mit Schließung der Jamal-Pipeline

Lukaschenko droht Europa im Falle von Sanktionen mit Schließung der Jamal-Pipeline

Wie der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ankündigte, könnte die Jamal-Europa-Gaspipeline durch Weißrussland geschlossen werden. Als Grund nannte er die Drohung Polens, infolge der Flüchtlingskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze diese vollständig zu schließen.

Redaktion

Der belarussische Staatschef dazu wörtlich: „Wir heizen Europa auf und sie drohen uns immer noch, dass sie die Grenze schließen. Und wenn wir dort das Erdgas abstellen? Daher würde ich der polnischen Führung, den Litauern und anderen kopflosen Menschen empfehlen, nachzudenken, bevor sie sprechen.

Die Drohung des weißrussischen Staatschefs, Europa den Gashahn zuzudrehen, hat sich jedoch im Nachhinein als heiße Luft erwiesen. Der Grund ist einfach. Das Ventil der Pipeline befindet sich auf russischem Territorium, schließlich ist die Jamal-Pipeline eine russische Pipeline, die von dem russischen Anbieter Gazprom betrieben wird.

Folglich kann Weißrussland seine Drohung nicht umsetzen, den Gastransit von Russland über Polen in die Eurozone zu unterbrechen. Konstantin Simonov, dem Direktor des Nationalen Fonds für Energiesicherheit zufolge, fehlen Lukaschenko schlichtweg die Schlüssel zu den Ventilen, die sich noch dazu auf russischem Boden befinden.

Die Liefermengen werden also nicht sinken. Stattdessen hat Gazprom die Gaslieferungen nach Europa erhöht. Nachdem der russische Energieanbieter bereits die russische Gasspeicher für den nahenden Winter gefüllt hat, will er dies nun auch in Europa tun. Dazu erklärte Simjonov: „Wir müssen den Transit nicht blockieren. Das ukrainische Rohr und andere Systeme sind voll ausgelastet. Insofern sind wir keine Befürworter einer Eskalation, daher denke ich, dass es sich (Lukaschenkos Drohung – Anm. d. Red.) um emotionale Aussagen handelt, die in der Praxis nicht umgesetzt werden.“

Bild: Pipeline – The Steam Pipeline
Autor: Trey Ratcliff
Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

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