StartWissenschaftNeue Studie bringt mehr Beweise für weitreichende Impfstoff-Immunflucht von Omicron

Neue Studie bringt mehr Beweise für weitreichende Impfstoff-Immunflucht von Omicron

Mittlerweile haben eine Reihe von Studien bestätigt, dass die neue Omicron Variante die als Impfstoffe zugelassenen Gentechnik Präparate weitgehend wirkungslos macht. Das zeigen Ergebnisse aus der Praxis, sowie eine in Nature veröffentlichte Studie von Forschern Columbia Universität in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Hongkong. 

Von Peter F. Mayer

Auf den Impfstoff von Novavax dürfte das nicht zutreffen, er soll nach Aussagen des Unternehmens wirksam gegen Delta und Omicron sein. Die Studie wurde von David Ho, MD, Direktor des Aaron Diamond AIDS Research Center und Clyde’56 und Helen Wu Professor für Medizin am Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University, geleitet. Die Ergebnisse wurden in Nature veröffentlicht.

Ein auffälliges Merkmal der Omicron-Variante ist die hohe Anzahl von Veränderungen im Spike-Protein des Virus, die eine Bedrohung für die Wirksamkeit der derzeitigen Impfstoffe und therapeutischen (monoklonalen) Antikörper darstellen.

Starker Rückgang der Omicron-Neutralisierung durch Antikörper aus Impfstoffen

In der neuen Studie wurde die Fähigkeit von durch Impfung erzeugten Antikörpern getestet, die Omicron-Variante in Labortests zu neutralisieren, bei denen Antikörper eingesetzt wurden, sowohl gegen lebende Viren als auch gegen im Labor konstruierte Pseudoviren, die Omicron nachahmen.

Antikörper von Personen, die mit einem der vier am häufigsten verwendeten Impfstoffe – Moderna, Pfizer, AstraZeneca, Johnson & Johnson – doppelt geimpft wurden, waren bei der Neutralisierung der Omicron-Variante im Vergleich zum ursprünglichen Virus deutlich weniger wirksam.

Personen, die eine Auffrischungsimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erhalten haben, sind wahrscheinlich besser geschützt, obwohl auch ihre Antikörper eine geringere Neutralisierungsaktivität gegen Omicron aufwiesen.

„Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits infizierte Personen und vollständig geimpfte Personen einem Risiko für eine Infektion mit der Omicron-Variante ausgesetzt sind„, sagt der Studienleiter. „Selbst eine dritte Auffrischungsimpfung schützt möglicherweise nicht ausreichend vor einer Omicron-Infektion“

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit anderen Neutralisierungsstudien, sowie frühen epidemiologischen Daten aus Südafrika und Großbritannien, die zeigen, dass die Wirksamkeit von zwei Impfstoffdosen gegen symptomatische Erkrankungen bei der Omicron-Variante deutlich geringer ist.

Die meisten monoklonalen Antikörper sind nicht in der Lage, Omicron zu neutralisieren.

Wenn monoklonale Antikörper in einem frühen Stadium der Infektion verabreicht werden, können sie bei vielen Menschen die Entwicklung einer schweren COVID- Erkrankung verhindern. Die neue Studie deutet jedoch darauf hin, dass alle derzeit verwendeten und die meisten in der Entwicklung befindlichen Therapien gegen Omicron weit weniger wirksam sind, wenn sie überhaupt funktionieren. Abgesehen natürlich von Vitamin D, Ivermectin, Hydroxychloroquin, Zink, Quercetin und die anderen Mikronährstoffe und Medikamente, die in den Protokollen für Prophylaxe und Frühbehandlung genannt werden. Sie wirken unabhängig von Varianten.

In Neutralisierungsstudien mit monoklonalen Antikörpern zeigte nur einer (der in China zugelassene Brii198) eine nennenswerte Aktivität gegen Omicron. Die Autoren stellen fest, dass Omicron nun der vollständigste „Ausbrecher“ aus der Neutralisierung ist, den Wissenschaftler je gesehen haben.

In dieser Studie identifizierte das Labor von Ho auch vier neue Spike-Mutationen in Omicron, die dem Virus helfen, Antikörpern zu entgehen.

Zukünftige Richtungen

„Es ist nicht allzu weit hergeholt zu glauben, dass SARS-CoV-2 nur noch ein oder zwei Mutationen davon entfernt ist, völlig resistent gegen die derzeitigen Antikörper zu sein, entweder gegen die monoklonalen Antikörper, die als Therapie eingesetzt werden, oder gegen die Antikörper, die durch Impfung entstehen“, sagt Ho.

In der Studie wurden nur die Antikörper untersucht, aber nicht die Abwehr durch T-Zellen die bei früheren Infektionen entstanden sind. Diese ist laut früheren Studien sehr wohl intakt, und ihre Abwehr ist entscheidend für die rasche Beseitigung der Viren aus den oberen Atemwegen. Die Cd4+ T-Zellen sind auch in der Lage über die Aktivierung von B-Zellen die Produktion von Antikörpern anzuregen, falls das überhaupt nötig ist.

Hier ist übrigens noch die Veröffentlichung der Phase II Studie von Novavax, die die Entstehung von neutralisierenden Antikörpern gegen Delta und Omicorn zeigt.

Bild: Coronavirus – Künstlerische Darstellung
Autor: unbekannt
Quelle: torange.biz
Lizenz: CC BY 4.0
Textquelle

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