StartWirtschaftWährungsreform in Venezuela

Währungsreform in Venezuela

Am 1. Oktober 2021 wird der „Digitale Bolivar“ in Umlauf gebracht. Die Zentralbank von Venezuela (BCV) wird die Währung überarbeiten und als eine der ersten Maßnahmen, sechs Nullen des Souveränen Bolivar (BvS) streichen, damit eine einfachere Währungsskala eingeführt werden kann.

Von Peter Flieger

Die BCV betonte die dringliche Notwendigkeit, um den Übergang zu einer digitalen Wirtschaft durch die Modernisierung der Zahlungssysteme zu beschleunigen. Aufgrund der durch die Inflation verursachten Bargeldknappheit haben die venezolanischen Banken eine Reihe praktischer digitaler Transaktionsmöglichkeiten entwickelt.

Die letzte Währungsreform Venezuelas ist gerade einmal drei Jahre her. Damals wurde der „Souveräne Bolivar“ (BsS), als Teil eines Reformpakets namens Plan für wirtschaftliche Erholung, Wachstum und Wohlstand angepriesen und eingeführt. Als erste Maßnahme strich die Zentralbank fünf Nullen aus dem damaligen „Starken Bolivar“ (BsF).

Wie viel der „Souveräne Bolivar“ in den letzten drei Jahren an Wert verloren hat?

Im August 2018 bekam man für 60 BsS einen US-Dollar. Heute muss man für einen US-Dollar bereits 4,05 Millionen BsS hinblättern… Die BCV musste bisher zwei Mal neue Scheine in den Umlauf bringen. Der höchste Schein ist eine Million BsS. Das entspricht also einem Nennwert von 0,25 US-Dollar.

Venezuela leidet seit sieben Jahren unter einer Rezession, verbunden mit der Last der US-Sanktionen. Von 2013 bis 2019 ist der BIP um 65 % geschrumpft. 2021 erhofft man sich, dass es endlich wieder ein Wirtschaftswachstum gibt. Ohne diesem, werden wir in drei Jahren wohl eine neuerliche Währungsreform erleben. Möglicherweise werden dann sieben Nullen gestrichen...

Bild: Straße in Cumana, Venezuela
Fotograf: elluisx
Quelle: pixabay
Lizenz: Vereinfachte Pixabay Lizenz

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