StartWirtschaft90 Prozent der Notenbanken planen eigenes digitales Zentralbankgeld

90 Prozent der Notenbanken planen eigenes digitales Zentralbankgeld

Ein neuer Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) schätzt, dass bis zu 90 Prozenz der nationalen Zentralbanken die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDCs) zumindest in Planung haben.

Von Michael Lehner

„Neun von zehn Zentralbanken prüfen digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), und mehr als die Hälfte entwickelt sie derzeit oder führt konkrete Versuche durch. Insbesondere die Arbeit an CBDCs für den Einzelhandel ist bereits weit fortgeschritten. (Download PDF)“

Dies deckt sich mit einem Bericht des IWF vom März, demzufolge über hundert Länder zumindest in der Planungsphase für die Freigabe ihrer eigenen CBDCs sind.

Die Programme für staatlich ausgegebenes digitales Geld hat seit mindestens 2020 auf der ganzen Welt massiv an Dynamik gewonnen und offenbar stehen sie in mehr als der Hälfte der Länder auf dem Planeten in der Pipeline.

Die jüngsten dieser Länder – Brasilien und Namibia – haben ihre Pläne erst letzten Monat angekündigt.

Wie bei allen globalistischen Agenden ist auch der Vorstoß für CBDCs immer Teil der “aktuellen Gemengelage”. Zuerst war es eine Reaktion auf die Plandemie. Dann wurde uns erzählt, dass sie uns helfen könnten, den Klimawandel aufzuhalten. Danach wurde uns gesagt, dass sie eine Reaktion auf den Krieg in der Ukraine sind.

Auf diese Weise haben sie sich von einer kaum diskutierten Randidee zu einer regelmäßig in der Hochleistungspresse auftauchendes Thema entwickelt, und 90 Prozent der Welt probieren sie aus, und das alles innerhalb von wenigen Jahren.

Interessanterweise wird über CBDCs zwar immer mehr gesprochen, aber über ein bestimmtes Merkmal von CBDCs wird immer weniger gesprochen: dessen Programmierbarkeit.

Programmierbarkeit ist in Kontext der CBDCs ein hypothetisches Merkmal einer digitalen Währung, das es dem Emittenten ermöglichen würde, Grenzen und Kontrollen für ihre Verwendung festzulegen. Im Wesentlichen würde jede CBDCs entweder dem Staat, der Zentralbank oder dem Unternehmen, das das Geld als Zahlungsmittel ausgibt, die Macht geben, zu kontrollieren, wie und wo das Geld ausgegeben wird bzw. werden kann. Jede digitale Zentralbankwährung läuft auf eine potenzielle Kontrolle Ihres Geldes durch Dritte hinaus.

Dies hat massive Auswirkungen auf die Idee der individuellen Freiheit. Wenn man bedenkt, wie die letzten zwei Jahre verlaufen sind, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie ein solches System missbraucht werden könnte: Zahlungsstopps zum “Schutz des Gesundheitssystems”, Lohnpfändungen zum “Kampf gegen den Klimawandel” oder individuelle finanzielle Sanktionen, weil man nicht gespritzt ist.

Man braucht nicht weiter zurückzublicken als bis zu den Protesten der kanadischen Trucker, um zu sehen, wie der Staat diejenigen finanziell ausschaltet, die eine andere Meinung vertreten. Eine CBDC würde diesen Prozess sowohl für den Staat leichter durchsetzbar als auch für den Einzelnen schwieriger zu umgehen machen.

Dies ist ganz offensichtlich das größte ethische und gesellschaftliche Problem in jedem potenziellen System einer digitalen Währung.

Doch weder im BIZ-Bericht noch im IWF-Bericht noch in den Berichten der Hochleistungspresse wird das Konzept der “Programmierbarkeit” überhaupt ausführlich erörtert. Das Wort wird in allen drei Dokumenten genau einmal verwendet, und es wird nie erklärt, was es eigentlich genau bedeutet

Kritische alternative Medien haben schon früher ausführlich über CBDCs berichtet, und die Hochleistungspresse hat sich in der Vergangenheit nie gescheut, die “Vorteile” eines solchen streng kontrollierten Geldes zu preisen. Im Gegenteil, es wurde immer als ein wichtiges Verkaufsargument behandelt.

Agustin Carstens, der Leiter der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, hat die Idee im Sommer 2021 in einem Video ausführlich diskutiert:

„Der Hauptunterschied [zu einer CBDC] besteht darin, dass die Zentralbank die absolute Kontrolle über die Regeln und Vorschriften hat, die die Verwendung dieses Ausdrucks der Zentralbankhaftung bestimmen, und dann über die Technologie verfügt, um dies durchzusetzen.“

Ein Artikel im Telegraph vom Juni 2021 schwärmte erneut von den möglichen Vorteilen einer programmierbaren Währung:

„Digitales Bargeld könnte so programmiert werden, dass es nur für lebensnotwendige Dinge oder für Waren ausgegeben wird, die ein Arbeitgeber oder die Regierung für sinnvoll erachtet […] Das könnte einige sozial nützliche Auswirkungen haben und Aktivitäten verhindern, die in irgendeiner Weise als sozial schädlich angesehen werden.“

Wie obiges Zitat belegt, waren die CBDCs-Aktivisten zuvor durchaus bereit über die Programmierbarkeit zu sprechen, daher ist es bemerkenswert, dass sie diesen Weg der Diskussion plötzlich geschlossen haben.

Vielleicht ein Zeichen dafür, dass sie überschätzt haben, was die Leute akzeptieren würden, und dass sie bereits mehr Widerstand gegen die Idee erfahren, als sie erwartet haben.

Das ist zumindest ein wenig beruhigend.

Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Nur weil sie es nicht mehr erwähnen, heißt das nicht, dass sie dessen Umsetzung aufgeben. Sie wollen nur, dass wir es nicht mehr im Fokus haben.

Und falls Sie sich wundern: Auf der Liste der Länder, die digitale Währungen testen, stehen die Ukraine und Russland, die Vereinigten Staaten und China, Großbritannien und die EU.

Alle sind dabei. Ost, West. Arm, Reich. Freund, Feind.

Was uns zwangsläufig wieder zum seit Jahren beschriebenen falschen Ost-West-Paradigma bringt.

Bild: Kryptowährungen
Autor: A M Hasan Nasim
Quelle: pixabay.com
Lizenz: public domain
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