StartNatur & UmweltIn Bayern starten erste Projekte mit Agri-Photovoltaik

In Bayern starten erste Projekte mit Agri-Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik ist in Bayern weiterhin auf Wachstumskurs. Bei der jüngsten Innovationsausschreibung mit besonderen Solaranlagen der Bundesnetzagentur gingen 20 Zuschläge und damit nahezu die Hälfte der bundesweiten Zuschläge (43) an den Freistaat.

Von Dr. Franz Alt

Erstmals konnten dabei Gebote für Anlagenkombinationen mit besonderen Solaranlagen (Agri-, Floating- und Parkplatz-PV) abgegeben werden. Bundesweit wurden zwölf Zuschläge mit 21 MW auf landwirtschaftlichen Flächen, also für Agri-PV-Anlagen, und ein Zuschlag mit 1 MW für eine Parkplatz-PV-Anlage erteilt. Drei Zuschläge für Agri-PV-Anlagen mit 2,9 MW entfielen auf Bayern. Die verbleibenden Zuschläge gingen an Anlagenkombinationen aus PV-Freiflächenanlagen mit Speicher.

Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger: „Jetzt beginnt auch die dringend notwendige Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von Solarkraft: Erstmal konnten sich Investoren mit Agri-PV-Projekten bewerben und drei der Zuschläge gingen nach Bayern, in die Landkreise Deggendorf, Landshut und Altötting. Hier wird echte Pionierarbeit geleistet, indem eine Doppelnutzung von wertvoller landwirtschaftlicher Fläche zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und Solarenergie genutzt wird. Die Land- und Energiewirte zeigen die Potentiale der Agri-PV in Bayern auf und gehen voran. Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende.“

Für das Ausschreibungsvolumen von 397 Megawatt wurden insgesamt 45 Gebote mit insgesamt 435 MW abgegeben. Die Innovationsausschreibung war damit leicht überzeichnet. Bundesweit wurden insgesamt 43 Gebote mit einer Gebotsmenge von 403 MW bezuschlagt. Die Zuschlagswerte reichen von 3,95 bis 7,43 ct/kWh. Der mengengewichtete Durchschnittswert lag bei 5,42 ct/kWh.

Aiwanger: „Das ist eine gutes Ergebnis für Bayern und ein vielversprechender Beginn für die Agri-PV. Um einen möglichst effizienten Markthochlauf der Agri-PV zu ermöglichen und die vorhandenen Skaleneffekte zu erschließen, bedarf es bei der geplanten Aufnahme in die regulären EEG-Ausschreibungen eines eigenen Ausschreibungssegmentes.

Die Investitionen für die über Feldern aufgeständerte Solarpaneele liegen deutlich höher als bei herkömmlichen Freiflächenanlagen, vor allem jetzt, wo die Preise für Stahl, Holz und anderes Baumaterial ständig steigen.“ Die von Bayern lange geforderte vollständige Zuordnung von Agri-PV-Anlagen zum landwirtschaftlichen Betrieb wird nun vom Bund umgesetzt, damit entstehen insbesondere im Erbschaftsfall keine hohen Steuerbelastungen.

Die Ausschreibungsrunde für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden war deutlich unterzeichnet. Dies lag vor allem an dem gegenüber der Vorrunde massiv gesteigerten Ausschreibungsvolumen von 767 MW; in der Vorrunde im Dezember 2021 lag das Volumen noch bei 150 MW. Es wurden 171 Gebote mit 212 MW eingereicht. 163 Gebote mit 204 MW wurden bezuschlagt, davon acht Zuschläge aus Bayern. Der Durchschnittswert lag bei 8,53 ct/kWh (Vorrunde: 7,43 ct/kWh).

Bild: Photovoltaikanlage und Agrarwirtschaft
Autor: Sebastian Ganso
Quelle: pixabay.com
Lizenz: public domain
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