StartEuropaGefährliche ‚Rote Linien‘ zwischen Russland und den USA

Gefährliche ‚Rote Linien‘ zwischen Russland und den USA

Ursprünglich begann es als eine Auseinandersetzung zwischen den Gebieten mit russischer Bevölkerung und der nach dem Maidan Putsch im Jahr 2014 installierten pro-NATO und antirussischen Regierung. Nun droht der Ukraine Konflikt eine globale Dimension anzunehmen.

Von Dr. Peter F. Meyer

Interessante Analysen dazu stammen von Paul Craig Roberts, der von Präsident Ronald Reagan zum Assistant Secretary of the Treasury for Economic Policy berufen und in dieser Funktion durch den U.S. Senat bestätigt wurde. Danach war er als Buchautor, Universitätsprofessor und als Journalist tätig, unter anderem als Associate Editor und Kolumnist für das The Wall Street Journal.

Er fragt sich, wie viele rote Linien überschritten werden müssen, bevor Armageddon passiert, es also zu einem nuklearen Krieg kommt. Er verweist zunächst auf einen Bericht der OSCE vom 15. April 2016 über Folterung von Donbass-Russen durch ukrainische Militär- und Polizeikräfte. „Der Bericht dokumentiert entsetzliche Folterungen, die aus Rassenhass gegen Russen begangen wurden,“ so Roberts.

Was in den westlichen Mainstream Medien permanent ausgeblendet wird, sind die Ereignisse in der Zeit vor dem 24. Februar 2022. Roberts dazu:

Nur wenige Westler wissen, weil sie schlecht ausgebildet sind, dass die Westukraine im Zweiten Weltkrieg für Nazi-Deutschland gekämpft hat. Als Washington 2014 die ukrainische Regierung stürzte, setzte Washington eine Nazi-Regierung ein. Die Nazi-Regierung in der Ukraine beschoss die russischen Bewohner der beiden abtrünnigen Donbass-Republiken acht Jahre lang, während Washington und die NATO eine ukrainische Armee ausbildeten und ausrüsteten, um die abtrünnigen Republiken zurückzuerobern.

Die Region Donbass, die schon immer zu Russland gehörte, wurde von der sowjetischen Regierung aus administrativen oder anderen Gründen der ukrainischen Provinz der Sowjetunion zugeschlagen, ebenso wie die Krim in den 1950er Jahren von Chruschtschow. Als die USA die ukrainische Regierung stürzten und eine antirussische Regierung einsetzten, spalteten sich die Bewohner der Krim und des Donbass, die Russen sind, ab und stimmten mit überwältigender Mehrheit für die Wiedervereinigung mit Russland.“

Wie diese Einsetzung der Regierung 2014 gelaufen ist, erhellt der Mitschnitt eines Telefonats der damaligen und jetzigen stellvertretenden US-Außenministerin Victoria Nuland mit dem damaligen US-Botschafter in der Ukraine, wie hier nachzuhören.

Es kam danach zu Abstimmungen über Unabhängigkeit von der Ukraine und Anschluss an Russland auf der Krim und im Donbass. Russland akzeptierte die Krim, machte aber den strategischen Fehler, den Donbass nicht zu unterstützen oder in die russische Föderation aufzunehmen.

In der Zwischenzeit scheint Russland seine Ziele im Donbass und in einigen östlichen Gebieten der Ukraine, die ebenfalls von ethnischen Russen bewohnt sind, erreicht zu haben.

Aber bekanntlich ist immer wieder die Rede davon, dass die Regierung der Ukraine sogar die Krim wieder erobern möchte. Die USA und die EU schicken dafür jede Menge Waffen in die Ukraine und wie Roberts schreibt, inklusive der „außergewöhnliche Entscheidung des Idioten im Weißen Haus, der Ukraine Raketen in die Hand zu geben, die Ziele auf der Krim, dem traditionellen Standort des russischen Marinestützpunkts im Schwarzen Meer, treffen können.“

Washington hat erklärt, dass es die Raketen nicht selbst abfeuern wird und sich auf die Zusicherung der Ukraine verlässt, dass sie nicht für Angriffe auf russisches Territorium eingesetzt werden. Doch die Ukraine betrachtet die Krim nicht als russisches Territorium. Ebenso wenig wie Washingtons „Weltgemeinschaft“. Die „Weltgemeinschaft“ erkennt das Votum der Krim für eine Wiedervereinigung mit Russland nicht an. Für den Westen ist die Krim offiziell ein Teil der Ukraine. Die Ukraine kann also Bidens Raketen einsetzen, um den russischen Marinestützpunkt auf der Krim anzugreifen.“

Am 1. Juni Juni schrieb Reuters: „Biden kündigte den Plan an, der Ukraine Präzisionsraketensysteme des Typs HIMARS zu liefern, nachdem er von Kiew die Zusicherung erhalten hatte, dass diese Systeme nicht zum Beschuss von Zielen auf russischem Territorium eingesetzt würden.“ Am 3. Juni zog die ukrainische Regierung diese Zusicherung aber wieder zurück.

Und so schätzt Roberts die Professionalität der russischen Regierung ein:

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass der Kreml reaktiv ist, nicht proaktiv, und nur langsam reaktiv. Die Folge ist, dass die roten Linien des Kremls für den Westen nichts bedeuten. Selbst unter extremem Druck erlaubte sich der Kreml nur eine begrenzte militärische Intervention in der Ostukraine, wo die Bewohner ethnisch russisch sind. Den Neokonservativen, die die westliche Außenpolitik kontrollieren, erscheint dies als Unentschlossenheit, also macht der Westen weiter.

Eine rote Linie nach der anderen wird überschritten, und der Kreml unternimmt nichts. Es hat ACHT JAHRE gedauert, bis der Kreml auf das Abschlachten der Russen im Donbass reagiert hat, und zwar erst, nachdem der Westen die Sicherheitsbedenken des Kremls verlacht und einfach abgetan hat. Russlands außenpolitisches Verhalten zeugt von Unentschlossenheit, und das lädt zu weiteren Provokationen ein.“

Und über die US-Regeirung:

„Diese Erklärungen der russischen Führung zeigen, dass der idiotische Westen die tödliche rote Linie überschritten hat:

Der Westen versteht die extreme Gefahr nicht, die von seiner Aufrüstung der Ukraine ausgeht

Das idiotische Biden-Regime und die wahnsinnigen Neokonservativen führen die Welt auf den Weg zum Armageddon“

In einem Fernsehinterview mit Al Jazeera sagte Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Staatsrates: „Dies ist keine Vorhersage, sondern das, was bereits im Spiel ist. Die Reiter der Apokalypse galoppieren voraus, und wir können nur auf Gott schauen“.

Auch im russischen TV und Radio gibt es immer wieder Diskussionen und Statements dazu, wie sich der Krieg entwickeln könnte.

Erst neulich hat ein prominenter russischer Politiker laut Roberts offen darüber gesprochen, beide Küsten der Vereinigten Staaten mit Sarmat-Interkontinentalraketen zu zerstören:

„Der Politiker, Alexie Schurawlew, wurde in der Talkshow von seinem Parlamentskollegen und Sprachrohr des russischen Staates, Jewgeni Popow, dem Moderator des Senders Rossija 1, unterstützt.

Der Gesetzgeber behauptete, dass zwei russische Sarmat-Raketen die gesamte amerikanische Ostküste zerstören könnten, bevor er hinzufügte, dass auch für die Westküste nur „zwei Raketen“ nötig wären.

„Vier Raketen und es wird nichts mehr übrig sein.“

Es ist unglaublich mit welchem Elan die Neokonservativen auf beiden Seiten rote Linien überschreiten und mit welchem Freude sie sich als Kriegstreiber betätigen, die Grünen Neocons mittlerweile allen voran.

Bild: Rote Linien und das Schicksal unseres Planeten
Autor: Gordon Johnson
Quelle: pixabay.com
Lizenz: public domain
Textquelle

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