StartMedienWeltweite Medienumfrage: Weniger als die Hälfte vertrauen Mainstream

Weltweite Medienumfrage: Weniger als die Hälfte vertrauen Mainstream

Nur etwas mehr als 40 Prozent der Menschen weltweit vertraut noch den etablierten Medien. Auch in Österreich sind es nur 41 Prozent, die noch Vertrauen in die Medien haben. In Deutschland ist es jeder Zweite. 

Von Thomas Oysmüller

Der „Digital News Report 2022“ von der weltgrößten Nachrichtenagentur „Reuters“ erscheint jeweils im Juni. In der diesjährigen Ausgabe finden sich Entwicklungen, die Reuters und den Mainstream aufschrecken lassen müssten: denn nur 42 Prozent sagen, dass sie den Nachrichten, und zwar den Mainstream-Nachrichten, noch vertrauen.

Medien im Wasser

Natürlich, die fast epochalen gesellschaftlichen Umwälzungen betreffen alle Bereiche des Lebens und besonders auch die Medien. Während die Leitmedien und der Mainstream schon vor 2020 massiv in ihrer Glaubwürdigkeit verloren hatten, führte der mediale Covid-Zirkus zu tiefgreifenden Umbrüchen. Ein Beispiel: TKP. Im Jahr 2020 noch völlig unbekannt, hat sich die Seite mittlerweile als Medium etabliert und begleitet viele ehemalige Leser von Leitmedien mit Informationen durch den Alltag.

Die Mainstream-Journalisten verstehen dagegen überhaupt nicht, warum ihre Leserzahlen sinken. Sie verstehen es wirklich nicht, das weiß ich aus einer Vielzahl an Kontakten und Gesprächen in die Medienbranche. Wie Fische im Wasser merken sie aus dem komfortablen Homeoffice heraus gar nicht, wie sehr sie Verlautbarungsorgan des Staates wurden und seine Agenda vorantreiben. Drosten ist der Viruspapst, und was er sagt, das sagt die „Wissenschaft“.

Ein mir eng bekannter Standardjournalist sagte vor knapp 2 Jahren als ich wieder einmal in einem Streitgespräch über Covid mit ihm war: „Drosten? Da bin ich mir ganz sicher, dass der keine Agenda hat.“  Fische im Wasser…

Im Laufe der letzten zwei Jahren haben die etablierten Medienhäuser jedenfalls einen großen Teil der Öffentlichkeit für immer von ihren Plattformen vertrieben. Ob ORF oder andere: Diese Tatsache ist bei vielen Medienschaffenden, die langsam wieder beginnen für Maske und Spritze zu werben, nach wie vor nicht angekommen.

Ermüdende Berichterstattung

Zurück zur Umfrage: 38 Prozent der Menschen, versuchen die meisten Medien gänzlich zu meiden. Es geht aus der Umfrage nicht eindeutig hervor, ob diese Menschen auch „Alternativmedien“, in den Augen von „Reuters“ sind Plattformen wie TKP ja gar keine Medien, meiden. Jene knapp 40 Prozent, die nichts mehr von den Leitmedien hören wollen, geben an, dass die Medien einerseits „deprimieren“ aber andererseits auch nur noch „wiederholend“ berichten würden. Gerade die Covid-Berichterstattung sei enorm „repetitiv“ und ermüdend.

2017 hatte sich noch nicht einmal jeder Dritte von den Medien abgewandt. Und heute:

„Rund 36 Prozent – vor allem der unter 35-Jährigen – sagen, dass die Nachrichten ihre Stimmung verschlechtern. Andere sagen, dass die Nachrichten zu Auseinandersetzungen führen, die sie lieber vermeiden würden (17 Prozent), oder zu einem Gefühl der Machtlosigkeit führen (16 Prozent).

Ein erheblicher Anteil der jüngeren Menschen gibt an, dass sie Nachrichten meiden, weil sie schwer zu verstehen sind, was darauf hindeutet, dass die Nachrichtenmedien mehr tun könnten, um die Sprache zu vereinfachen und komplexe Geschichten zu erklären. Obwohl die Umfrage vor dem Krieg in der Ukraine durchgeführt wurde, haben spätere Umfragen in fünf Ländern gezeigt, dass die Nachrichtenvermeidung, wenn überhaupt, weiter zugenommen hat.“

Doch noch wichtiger für den Mainstream sowie für die Gesellschaft allgemein, dürfte der Vertrauensverlust sein. Natürlich heißt es im Bericht nicht, dass das Vertrauen aufgrund der wissenschaftsfeindlichen Covid-Berichterstattung (Stichwort: „sicher und wirksam“) so stark gesunken ist. Der „Digital News Report“ analysiert 46 Länder. Das Ergebnis:

„Das Vertrauen in die Nachrichten ist in fast der Hälfte der untersuchten Länder gesunken und in nur sieben Ländern gestiegen, was die Zuwächse, die auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie erzielt wurden, teilweise wieder zunichtemacht. Im Durchschnitt sagen etwa vier von zehn Befragten (42 Prozent), dass sie den Nachrichten meistens vertrauen. Finnland ist nach wie vor das Land mit dem höchsten Gesamtvertrauen (69 Prozent), während das Vertrauen in die Nachrichten in den USA um weitere drei Prozentpunkte gesunken ist und weiterhin den niedrigsten Wert (26 Prozent) in unserer Umfrage aufweist.“

Vertrauen korreliert oft mit Impfquote

Weniger als die Hälfte der Menschen vertrauen den Leitmedien. Öffentliche Meinung und veröffentlichte Meinung haben kaum noch etwas miteinander zu tun. In Österreich sagen nur noch 41 Prozent, dass sie den Nachrichten vertrauen. Ironischerweise korreliert das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien oft mit der Impfquote: Je höher das Vertrauen, umso höher die Impfquote. Portugal, das Land mit einer Impfquote Richtung 100 Prozent, hat über 60 Prozent Vertrauen in die Medien. In Rumänien und Bulgarien geht das Vertrauen Richtung 30 Prozent – wie auch die Impfquote.

Und wie erklärt sich „Reuters“ die Entwicklung? Es läge „zum Teil an einer „Reihe polarisierender Ereignisse wie den Brexit im Vereinigten Königreich, die Turbulenzen der Trump-Jahre in den Vereinigten Staaten und die Gilets-Jaunes-Proteste in Frankreich.“ Mit der eigenen Berichterstattung hat es aber nichts zu tun, glauben die Fische im Wasser.

Hier geht es zum Digital News Report.

Bild: Mainstream-Medien erleben Vertrauensverlust
Autor: Gerd Altmann
Quelle: pixabay.com
Lizenz: public domain
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