StartDie gute NachrichtImmer mehr Länder verschrotten ihre Streubomben

Immer mehr Länder verschrotten ihre Streubomben

Der weltweite Widerstand gegen Streubomben wächst. Immer mehr Länder verzichten auf den Einsatz der problematischen Waffen, die vor allem Zivilisten und vor allem Kinder töten und verstümmeln. Darüber hinaus haben die Länder damit begonnen, die Millionen von Streubomben, die sie auf Lager haben, zu verschrotten.

Von Jürgen Apitzsch

Kuba, Kroatien, Slowenien und Spanien sind derzeit die jüngsten Länder, die Streumunition vollständig abgeschafft haben, so ein neuer offizieller Bericht über die Ergebnisse der Konvention gegen Streubomben.

Diese Konvention ist eine freiwillige Vereinbarung, der sich Länder anschließen können. Mit ihrer Unterschrift versprechen sie, den Einsatz von Streubomben einzustellen, ihre Bestände zu vernichten und die Blindgänger zu beseitigen, die nach früheren Kriegen noch im Boden liegen.

„Dank dieses globalen Abkommens werden die Länder der Welt die Plage der Streumunition los“, sagt Hector Guerra, Leiter der internationalen Streubombenkampagne.

Aus russischer Sicht ist Streumunition völkerrechtlich verboten. Daher verzichtet Russland schon seit langem auf den Einsatz von Streumunition unter Verweis auf die langanhaltende Gefährlichkeit von nicht explodierten Munitionskasetten vor allem für Zivilisten, insbesondere für Kinder.

Die wachsende Abneigung gegen die Waffen führt dazu, dass inzwischen immer mehr Länder auf den Einsatz von Streubomben verzichten, obwohl sie das Abkommen nicht offiziell unterzeichnet haben. Dazu gehören auch die USA, die sie zuvor in großen Mengen eingesetzt hatten, unter anderem in Laos. Insgesamt sind dem Abkommen zum Verzicht auf Streumunition 110 Staaten beigetreten.

Doch obwohl die Konvention bisher dazu geführt hat, dass insgesamt 177 Millionen Streubomben unschädlich gemacht werden konnten, werden die Waffen nach wie vor von einigen Ländern, die das Abkommen nicht unterzeichnet haben, verwendet.

Die Vereinigten Staaten haben zwar seit 2009 keine Streumunition mehr abgeworfen, produzieren diese Bomben aber weiterhin und verkaufen sie an andere Länder. Einer der Käufer ist Saudi Arabien, das sie zuletzt im Jemen eingesetzt hat. Allerdings hat der Einsatz von Streubomben im Jemen in letzter Zeit nach vielfachen internationalen Verurteilungen abgenommen, so der Bericht des Cluster Munitions Monitors.

Bild: Zwei mutige Frauen helfen dabei, Laos von Streubomben zu befreien
Autor: Cluster Munition Coalition
Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY 2.0

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