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USA raus aus Syrien – Putin, Erdogan und Raisi treffen sich in Teheran

Gestern  trafen sich in Teheran die Staatschefs aus dem Iran, der Türkei, Russland. Die NATO und westliche Welt rätselt seit Tagen, worum es geht und was dort entschieden werden könnte. Ganz einfach: USA raus aus Syrien. Türkei nicht rein. Kein von vielen propagierter Angriff auf Rojava. Dafür Damaskus rein. Türkei, Russland und Iran als Schutzmächte. Und: Erdogan trifft sich demnächst mit Assad. Biden wird toben, wenn das gelingt.

Von Michael Winkler

Putin ist über Nacht in Teheran angekommen. Zum Erstaunen vieler auch der syrische Außenminister Mikdad. Und in den Medien werden die Analysen, was da heute und vielleicht morgen in Teheran passiert, immer verworrener. Seit drei Tagen wissen westliche Geheimdienste sowieso nicht mehr, woran sie sind. Die Meldungen aus Nordsyrien, dem Kurdengebiet Rojava überschlagen sich.

Putin soll seine besten Mitarbeiter in die Region entsandt haben, um die Kurden endgültig auf die Seite Moskaus zu ziehen. Weg von den USA und Westeuropa. Hin zu einer so genannten multipolaren Weltgemeinschaft. Über die der Westen keine Macht mehr hat, sondern nur noch ein Teil von vielen Teilen ist.

Die internen Gespräche Moskaus mit der bis dato pro-USA Kurdenmiliz SDF/YPG scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Die Anführer der syrischen Kurden begreifen, dass sich USA/Europa/NATO auf dem absteigenden Ast befinden. Kurden haben auf Grund ihrer leidvollen Geschichte zwischen den Kontinenten und den Machtblöcken seit mindestens hundert Jahren ein feines Gespür für Veränderungen entwickelt. Sie sehen jetzt, dass sie im Osten besser aufgehoben sind, als im Westen.

Zumal der von den USA hoch gelobte SDF-Chef Mazloum Abdi  vor drei Tagen ein Abkommen Moskau/Hasaka/Damaskus unterschrieben hat. Wenn der Westen deutlich an Wirtschaftskraft verliert, müssen sich die syrischen Kurden neu ausrichten. Politisch, diplomatisch und polit-ökonomisch. Geld kommt dann nicht mehr vom Westen sondern vom Osten. Für die Kurden seit jeher kein Problem.

Die Kurden in Nordostsyrien sind für jähe Wendungen bekannt. Derzeit und kurz vorm Gipfel in Teheran sieht es aber nicht so aus, als würden sie sich anders entscheiden. Die neue Allianz mit Assad und Damaskus steht. Und sie scheinen zu wissen, dass Erdogan heute oder morgen in Teheran eine Kehrtwende vollziehen wird. Ob nun offiziell bekannt gegeben oder nur intern ausgehandelt. Viele Details der bi- und trilateralen Gespräche werden sowieso nicht an die Öffentlichkeit kommen. Erst in den nächsten Tagen und Wochen wird sich zeigen, was da wirklich ausgehandelt wurde.

Offenbar auch für die Türkei: Weg von der NATO. Und hin zum Osten. Putin hat ihm für dieses radikale Manöver offenbar wirtschaftliche Unterstützung zugesagt, die der polit-ökonomisch schwer angeschlagene Türken-Staat dringend gebrauchen kann. Dafür verzichtet Erdogan zwar offiziell zähneknirschend, aber dennoch intern wohlwollend auf einen in den Medien groß angekündigten Angriff auf Rojava.

Um die Kurden dennoch ein bisschen zu ärgern, scheint Erdogan in Zusammenarbeit mit Moskau eine Art „Versöhnung“ mit Damaskus und Assad zu planen. Assad und Erdogan waren früher einmal beste Freunde. Bis der Westen, die USA, sie trennten. Das kann und soll sich ändern. So die Agenda, die Putin für das Treffen in der Tasche hat. Überhaupt geht es ihm vor allem um eines: Die USA müssen Syrien sofort verlassen.

Bild: Russlands Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der ehemalige iranische Präsident Hassan Rohani (Symbolbild)
Autor: Pressedienst des Präsidenten der Russischen Föderation
Quelle: wikimedia.org via kremlin.ru
Lizenz: CC BY 4.0
Textquelle via yourmediaagencypressdotcom

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