StartKommentarDie fehlende Gasturbine – Das nennt man eine Retourkutsche

Die fehlende Gasturbine – Das nennt man eine Retourkutsche

Die Gasturbine für Nord Stream 1 ist bereits hier in Deutschland. Irgendwo in eine Lagerhalle gammelt sie vor sich hin. Jederzeit könnte sie in die Kompressorstation Portowaja eingefügt werden und uns anschließend mit Gas versorgen. Wird sie aber nicht.

Ein unbequemer Meinungsbeitrag von Jürgen Apitzsch

So sieht es aus, wenn einem gegen Russland verkündete Sanktionen auf die Füße fallen. Infolge der Sanktionspolitik Kanadas und Großbritanniens, so verkündete Gazprom, sei es leider unmöglich, das Triebwerk 073 in Betrieb zu nehmen. Warum sollten sie auch? Gerade Deutschland hat sich erklärtermaßen damit hervor getan, Russland mit einer Sanktion nach der anderen anzugreifen, um sich in Washington einzuschleimen. Und jetzt sind die Russen beleidigt, zu Recht.

Zuerst hat unsere Regierung fleißig daran mitgewirkt, in Kiew ein Naziregime an die Macht zu bringen. Vor allen Steinmeier und Westerwelle haben sich dabei beschämend verhalten. Und jetzt, wo das Ganze eskaliert, weil die Russen nicht länger tatenlos zusehen wollen, wie dieses Nazigesindel die russischsprachige Bevölkerung im Donbass zu zehntausenden abschlachtet, beliefert Deutschland diese Verbrecher auch noch mit schweren Waffen.

Dabei ist allen Beteiligten völlig klar, dass der Maidan-Putsch 2014 einzig und allein dem Zweck diente, Russland zu dieser Intervention zu provozieren. Jede, wirklich jede rote Linie, die Russland aufzeigte, wurde sofort vom Westen überschritten. Angefangen bei dem Völkermord im Donbass über die Biowaffenlabore in der Ukraine bis hin zu Selenskyjs Wunsch nach Atomwaffen bei der letzten Münchner Sicherheitskonferenz. Das dieser zugeschneite Komiker aus Kiew hier auch noch Heldenverehrung erfährt, ist einfach nur peinlich.

Und jetzt wundern sich die ‚Diplomaten‘ in Berlin darüber, dass die Russen allmählich die Lust daran verlieren, mit uns Geschäfte zu machen.

Was also tut eine von Washingtons Gunst abhängige Regierung? Sie schickt ihren Regierungssprecher vor. In diesem Fall ein gewisser Wolfgang Büchner. Dieser hatte erst gestern verkündet, für die Lieferung der besagten Verdichtertourbine an Russland seien keinerlei zusätzliche Garantien notwendig. Die Einheit falle nicht unter die Sanktionen und könne daher jederzeit nach Russland geschickt werden.

Weit gefehlt, lieber Wolfgang. Es gibt ein Sprichwort, das lautet: „Wer fckn will, muss freundlich sein.“ Ihr könnt doch nicht Eurem einzigen, reellen Gaslieferanten vors Schienbein treten und dann erwarten, das er gute Miene zum bösen Spiel macht. Bevor Ihr diese wenig kluge Selbstsanktionierung nicht aufgebt, wird Deutschland leiden und zugrunde gehen. So einfach ist das, und Ihr wisst es ganz genau.

Es ist eher Eure Überheblichkeit, die Euch daran hindert, eine Kehrtwendung zu machen. Die Angst vor einem Gesichtsverlust, der ohnehin schon nicht mehr abzuwenden ist. Entweder, weil Ihr zugeben müsstet, wie komplette Vollidioten Washingtons Kalkül auf den Leim gegangen zu sein, oder weil Ihr die Bundesrepublik Deutschland für lange, lange Zeit gegen die Wand gefahren habt. Und aus eben diesem Grunde tut Ihr Euch so schwer, die einfachste und praktischste Lösung zu wählen und die Nutzung von Nord Stream 2 zu genehmigen. Genau das aber will Moskau, das die beiden Leitungen auf eigene Kosten bis vor unsere Haustüre gelegt hatte, fälschlicherweise auf unsere Zusicherungen vertrauend.

Wie auch immer Ihr es macht, Ihr werdet in jedem Fall schlecht aussehen. Und das zu Recht, denn um Euch an die USA ranzukumpeln, habt ihr alles geopfert, was Europa und allen voran Deutschland das Überleben sichert. Noch deutlicher kann man seine Charakterlosigkeit nicht unter Beweis stellen und wir, die Bevölkerung, werden Eure Charakterdefizite ausbaden müssen. Das sind nun mal die Folgen jener Negativauslese, die Euch an die Hebel der Macht gespült hat.

Aber vielleicht hilft der auf uns zukommende Leidensdruck der gehirngewaschenen, deutschen Bevölkerung ja, ihre Fernseher aus dem Fenster zu werfen und endlich damit anzufangen, sich ihre eigenen Gedanken zu machen, anstatt betreutes Denken wie bisher unter dem Bann der Konzernmedien zu betreiben. Es wäre höchste Zeit dafür.

Bild: Schmetterball
Autor: Flavio
Quelle: flickr.com
Lizenz: CC BY 2.0

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